Schuster- und Hufschmiedehandwerk
21.Februar 10
Der Turmhügelburg-Verein lädt alle Interessierten zu seiner dritten Winter-Veranstaltung in der Reihe: “Lütjenburger Vorträge zur Archäologie und Geschichte“ ein.
Am Donnerstag, dem 04. März 2010 um 19:30 Uhr im Restaurant „Bismarckturm“ stehen diesmal zwei interessante Themen auf der Agenda:
1. Von Blatt und Quartier
(Schusterhandwerk im Mittelalter)
Dieses Thema wird der Archäologe Herr Arne Focke, MA. , auf Einladung desTurmhügelburg-Vereins in seinem Vortrag behandeln.
Er wird uns erläutern, welche Techniken mittelalterliche Schuster benutzt haben aber auch, was uns Schuhe über Menschen und Umwelt im Mittelalter lehren können. Blieb auch damals der Schuster bei seinem Leisten? Wie lief man damals? Was für Fußbeschwerden gab es? Und natürlich die spannende Frage: Was sind eigentlich Blatt und Quartier?
(Der Referent ist vielen Besuchern der Burg sicher besser als unser „Burgschmied“ bekannt.)
2. Geschichte des Hufschmiedehandwerks
In seinem Vortrag wird uns Herr Dr. Nikolai Wandruszka in die Details und die Geschichte des Hufschmiedehandwerks einführen.
Die frühesten Funde von Hufeisen finden dabei ebenso Beachtung wie die Tradierung der Arbeitstechniken des Hufschmieds. Wie spiegeln sich früheste römische Funde in den Funden des Mittelalters wieder? Welche Eisen eignen sich für welchen Huf und welchen Untergrund? Wann wurden eigentlich Hufeisen im Mittelalter verwendet?
Wir freuen uns auf zahlreiche Besucher für diese sicher hochinteressanten Vorträge!
Der Eintritt ist wie üblich frei.
Turmhügelburg weiß auch Russen zu begeistern
Ostholsteiner Zeitung, 13.Februar 10
Delegation der Akademie der Wissenschaften auf Exkursion
Die Rekonstruktion einer Burganlage im Lütjenburger Nienthal ist nicht nur eine touristische Attraktion, sondern sie imponiert auch Experten auf dem Gebiet der Vor- und Frühgeschichte. Das bekam Hartmut Eller am Freitag aus berufenem Mund bestätigt.

Foto von Peter Braune
Der Vorsitzende des Fördervereins - diesmal nicht in der Gewandung des Burgherrn Eberhard von Bodendiek -stellte das am Stadtrand innerhalb der vergangenen Jahre stückweise ausgebaute Mittelalterzentrum einer Gruppe deutscher und russischer Archäologen vor. Eingeladen zu der Exkursion im Rahmen des "Wiskiauten-Projektes" hatte der Direktor des Archäologischen Landesamtes Schleswig-Holstein, Professor Claus von Carnap-Bornheim, seinen Moskauer Amtskollegen, Professor Nikolaus Makarov. Der Leiter des Archäologischen Institutes der Russischen Akademie der Wissenschaften hatte fünf Mitarbeiter auf diese Exkursion mitgenommen, die nach dem Zwischenstopp in Lütjenburg weiter führte nach Oldenburg und Lübeck.

Das "Wiskiauten-Projekt" wurde 2005 begonnen und gemeinsam von deutschen und russischen Archäologen betreut. Bei diesem Forschungsvorhaben rund um das Gräberfeld von Wiskiauten aus der Wikingerzeit geht es um Grabungen und den Datenvergleich frühmittelalterlicher Siedlungskammern im Kaliningrader Raum und in Westrussland. Die Besucher zeigten sich begeistert von dem Projekt am Lütjenburger Stadtrand. Es zeige einen Rittersitz, der so einmal ausgesehen haben könnte, betonte Hartmut Eller. Nachweise der aus Holz gefertigten Turmhügelburgen gebe es natürlich nirgends. Er stellte auch klar, dass an diesem Standort keine Burganlage gestanden habe, aber das Gelände hätte sich dafür perfekt geeignet.
Geld fließt auch in den Bau einer Taverne
Kieler Nachrichten, 23.Dezember 09
Schöne Bescherung für die Freunde der Turmhügelburg
Über reichen Geldsegen kann sich die "Gesellschaft der Freunde der mittelalterlichen Burg in Lütjenburg" so kurz vor Weihnachten freuen: 10 000 Euro konnte der Ausschuss für Wirtschaft, Energie und Tourismus des Kreises Plön für den weiteren Ausbau der Anlage um die Turmhügelburg im Lütjenburger Nienthal überweisen.
Kreistagsabgeordneter Klaus Blöcker, der Vorsitzende des Ausschusses, konnte dem Vorsitzenden des Fördervereins Hartmut Eller sowie dem Planer und Baumeister Klaus Dygutsch die gute Nachricht überbringen. Blöcker, der zugleich dem Verwaltungsrat der Förde Sparkasse angehört, äußerte seine Freude darüber, dass mit diesen Mitteln aus dem Sparkassen-Überschuss von 2007 ein touristischer Anziehungspunkt noch attraktiver gestaltet werden kann.
Hartmut Eller und Klaus Dygutsch versicherten, dass das Geld gut angelegt werde: Nachdem in diesem Jahr bereits Investitionen von rund
180 000 Euro für die Kapelle, die Brücke, das Burgtor und ein Bienenhaus getätigt wurden, sind für das bevorstehende Jahr auf dem Gelände ein Gerätehaus sowie eine Taverne geplant, die bei Veranstaltungen in der Turmhügelburg für den Getränkeausschank genutzt werden kann und ansonsten Radwanderern und Spaziergängern als Picknick-Platz dienen soll.
Basar und Andacht auf der Turmhügelburg ein Erfolg
Kieler Nachrichten, 29.November 09
Die Premiere ist geglückt. Eigentlich wollte die „Gesellschaft der Freunde der mittelalterlichen Burg in Lütjenburg“ am Vorabend des ersten Advents lediglich zu einer plattdeutschen Andacht, umrahmt von mittelalterlicher Musik, in die Turmhügelburg einladen.

Foto von Anne Gothsch
„Doch dann hatten wir überlegt, ob nicht auch ein kleiner Adventsbasar am Nachmittag mit ganz speziellen Produkten, die zu dem besonderen Ambiente passen, Besucher anlocken könnte“, erklärte Hartmut Eller, der erste Vorsitzende des Fördervereins, und zeigte sich mit dem Ergebnis – trotz des schlechten Wetters – sehr zufrieden. „Wir können uns gut vorstellen, den Adventsbasar im nächsten Jahr deutlich auszubauen und dann auch Naschereien und Getränke nach überlieferter Rezeptur anzubieten“, meinte der „Burgherr Eberhard von Bodendiek“. Sein Gesinde in zünftiger Tracht bot indessen in den einzelnen kleinen Gebäuden Holzschnitzereien und Töpferarbeiten an. Melitta Knop aus Lütjenburg, ebenfalls mittelalterlich gewandet, verkaufte selbst gekochte Marmelade, Honig von den burgeigenen Bienen sowie kleine Fläschchen mit Quitten-, Schlehen- und Apfelbeerlikör. Selbst gefertigter Schmuck aus Bronze, Silber, Bernstein, Knochen- und Muschelstückchen wurde ebenfalls feilgeboten, und aus dicker, warmer Wolle fertigten einige Frauen Strümpfe, Stulpen und Mützen mittels Naalbinding. Diese inzwischen fast in Vergessenheit geratene Handarbeitstechnik verbindet das Häkeln mit einer speziellen Knotenart, bei der eine dicke Nadel mit Öse aus Holz, früher auch aus Knochen, Elfenbein oder Horn bestehend, verwendet wird.

Zur plattdeutschen Andacht am Abend gab es dann im größten Raum der Burganlage kaum noch einen freien Stehplatz.
Die Veranstaltung galt zugleich als Auftakt für den „offenen Adventskalender“. Unter dem Motto „Sys willekomen heire kerst“, dem Titel des ältesten Weihnachtsliedes in deutscher Sprache, das aus der Zeit um 1394 stammt, sprach Pastor Georg Wilhelm Bleibom mit großem Buch und Taschenlampe die plattdeutsche Andacht. Begleitet wurde diese von mittelalterlichen Gesängen, dargeboten vom Vokalensemble „Angli clamant“ aus Kiel sowie von dem lateinischen Advents-Hymnus aus dem 15. Jahrhundert „Veni, Emanual“, gesungen von Ralf Popken, dem St. Michaelis-Kantor. Im Anschluss trafen sich die Gemeindemitglieder zu Gesprächen bei heißem Punsch und Keksen.
Mitten im Mittelalter
KN life!, November 09
Exklusiver Besuch der Lütjenburger Turmhügelburg für KN-Abonnenten
Strahlend blauer Himmel, die Sonne schien einem ins Gesicht, verräucherter Duft stieg auf - bei der exklusiven Rundführung durch die Lütjenburger Turmhügelburg konnten die Rahmenbedingungen nicht besser sein. Vormittags und nachmittags bot das mittelalterlich gekleidete Team um Hartmut Eller, Vorsitzender der Gesellschaft der Freunde und Förderer der mittelalterlichen Burg, den KN-Abonnenten eine Führung mit Mittagessen und Lederbeutelchen zum selber machen an. Mitarbeiter Klaus Witte führte die Gruppe durch die Gebäude und brachte den Besuchern einiges über das Rittertum, die Kämpfe, den Schutz sowie die Lebensweise jener Zeit näher. Die faszinierende Aussicht von der Turmhügelburg war natürlich inklusive. „Ich interessiere mich sehr für das Mittelalter. Spannend finde ich, wie die Menschen damals gelebt haben“, berichtete Michaela Totzke, die zusammen mit Ehemann Thomas und Sohn Mika teilnahm. „Für unseren Sohn ist das auch mal etwas anderes, Kenntnisse aus dem Mittelalter zu gewinnen. Heutzutage sitzen die Kinder häufig nur noch vor der Playstation oder dem Fernseher“, freute sich auch Thomas Totzke über die Veranstaltung. Mit den Eindrücken inmitten der historischen Kulisse fiel das zeitgenössische Kochen – Fladenbrote aus Mehl und Nüssen sowie ein Hirsebrei – und das Basteln mit den Hauptaktionisten Lis Mann, Stefanie Opitz und Norbert Sieben leichter. Ulla Jantz entdeckte erst vor kurzem ihr Interesse für diesen geschichtlichen Zeitabschnitt: „Ich war beim Lutherfest in Eisenach. Als ich gelesen habe, dass hier eine Rundführung ist, habe ich mich gleich angemeldet – eine hoch interessante Veranstaltung“, sagte sie und nähte einen für diese Zeit typischen Lederbeutel, den sie und die weiteren Teilnehmer dieser mittelalterlichen KN life!-Aktion mit nach Hause nehmen konnten.















