Die Ziegel

Wahrscheinlich schon vor dem 11. Jahrhundert löste der runde Holzziegel den unten liegenden geraden Leistenziegel ab. Damit war das Haken- und Peisendach entstanden, woraus der Volksmund es, in Anspielung auf die "natürlichen" Vorgänge an den damaligen Klöstern mit dem Ausdruck "Mönch- und Nonnen-Dach" belegte. Diese Bezeichnung hat sich bis heute erhalten. Die unten liegenden Nonnen wurden mit ihren oben am breiteren Kopfende angeformten Nasen an den horizontalen Dachlatten aufgehängt. Die Nonnen hatten an beiden Längsseiten im oberen Bereich halbrunde Aussparrungen, in denen sich die Mönche mit ihren unterseitigen Zapfen festsetzen konnten. Zusätzlich stützen sich die Mönche mit ihren an der Oberseite aufgeformten Nasen auf den in der darunter liegenden Reihe ab.

Die Abmessungen der mittelalterlichen Mönch- und Nonen-Ziegel waren wohl regional unterschiedlich. Die auf dem Turmhügel bei Giekau gefundenen Exemplare haben eine Länge von 42 cm. Die Nonnen messen eine Breite von etwa 17/11 cm, während die Mönche mit Breiten von etwa 10/14 cm auskommen.

Bemerkenswert ist, dass sowohl an den Mönchen als auch an den Nonnen Reste von Muschelkalkmörtel gefunden worden sind. Die Mörtelbettung war also beträchtlich und entsprechend stark musste der Dachstuhl gebaut werden.