Hallo Berkana,
hab Dich an der THB vermisst. Hatte ein ganzes Kistchen von -- allerdings nur gekauften -- speziellen
Seifen mit und eine Menge Themen zum bequatschen.
Dann habe ich mir noch einmal den aktuellen Katalog von AGIL ganz gründlich angeschaut. Meine
Meinung dazu ist höchst unterschiedlich. Zunächst bin ich erst einmal sehr glücklich darüber, dass
in Bezug auf experimentelle Archäologie einiges getan wird. Andererseits bin ich wohl sehr altmodisch
und habe so meine Probleme mit dem total kommerziellen Ansatz, auch wenn ich verstehe, dass
die Leute gern davon leben möchten.
Ich dilettiere nun seit Jahrzehnten in vielen Fertigkeiten rum. Ich habe selbst auch sehr viel in
Vereinen gelernt und gelehrt. So hat man sich vor Jahrzehnten zur Kletterausbildung vom
Deutschen Alpenverein in den Mittelgebirgen verabredet und ehrenamtlich die Klettertechniken
beigebracht bekommen und später wieder an andere weitervermittelt. Auch dies sind heute
kommerzielle Kurse geworden, die man buchen und teuer bezahlen kann. Für eine Kletteranlage
braucht man heute einen "Führerschein" usw. Dies geht überall so weiter. Ich bin 30 Jahre
Mitglied in einem Ruderverein. Wenn ich heute ein Ruderboot des Vereins benutzen möchte,
soll ich erst wieder einen "Schein" machen und eine Prüfung bei einer Person machen, die
Mitte Zwanzig ist und noch nicht einmal gezeugt war, als ich dort schon gerudert bin. Da
benutze ich einfach mein eigenes Boot und man kann mich mal.
In anderen Vereinen war ich auch einmal viele Jahre Sportwart und später Vorsitzender und
zwar ehrenamtlich. Der Lohn war z.B. der Spass und der Erfolg einer Veranstaltung und
mehr als einmal bin ich selbst auf Kosten sitzen geblieben, weil Zusagen nicht eingehalten
worden sind und habe nicht ein pers. Honorar dafür bekommen.
Wahrscheinlich habe ich deswegen ein Problem damit, dass heutzutage fast alles kommerziell
aufgezogen wird. Auch dies ist ein Grund, warum ich mich an der THB wohl fühle, weil es
eben nicht ein kommerzieller Ansatz ist !!! An dieser Stelle auch einen großen Dank an
Alle, die an der THB eine sehr gute ehrenamtliche Tätigkeit leisten, und uns damit sehr
viel ermöglichen !!!
Da ich nun mein Geld auch damit verdiene Studenten auszubilden, lege ich für eine kommerzielle
Ausbildung auch einen entsprechenden Massstab an. Da habe ich dann auch weniger Probleme
damit einen Kurs bei einem gestandenen Schmiedemeister (AGIL) zu buchen, als Geld für ein Seminar
auszugeben, wo der Dozent eigentlich Archäologe ist, aber eine Woche den Leuten zeigt wie
man Schuhe näht, die nächste Woche wie man Bogen baut und eine Woche später sind Glas-
perlen dran.
Mit den Fertigprodukten sieht es ähnlich "durchwachsen" aus. Keine Ahnung wie dort eingekauft
und kalkulliert wird. Einige Produkte haben einen sehr attraktiven Preis, andere sind völlig
"abgespacet". Siehe z.B. einige Materialien verglichen mit
http://www.dick.biz" onclick="window.open(this.href);return false;
Mir wäre jedenfalls ein "nichtkommerzieller" Workshop ohne Erfolgsgarantie lieber, wo
mehrere Leute einfach etwas von ihrem Wissen mit einbringen und zusammen irgendetwas
mit zumindest Spass an der Sache bei rauskommt. Für mich ist es Hobby und soll auch
Hobby bleiben.
Es wäre schön, wenn auf dieser Basis irgendwelche Workshops zustande kommen könnten.
Daher noch einmal die Frage in die Runde, wer hat welche Ideen zu welchen Workshops, die
man dann mal langfristig planen und umsetzen könnte. Ein paar Fertigkeiten könnte ich
auch dabei einbringen, bin aber genauso begierig etwas dazu zu lernen.
viele Grüße
Hartmut
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Das Können ist des Dürfens Mass [Ludwig Purtscheller (1849-1900)]
Für das Können gibt es nur einen Beweis: Das Tun [Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916)]