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"Mini-Workshop"-Wochenende am 10.04. und evtl. 11.04.10

Re: "Mini-Workshop"-Wochenende am 10.04. und evtl. 11.04.10

Beitragvon Hartmut » Do 24. Jun 2010, 10:49

Dann wieder zurück zur Seife ;-)

Kennst Du schon die Schwefelseife, Birkenteerseife und Soleseife von Klar? Oder die Leinauer Handwerkerseife
mit Kaffeemehl? Richtig "A" sind auch die Olivenölseife und die Lorbeerseife aus Aleppo die dort schon
seit 1200 Jahren so hergestellt wird (man kann sie sogar als Shampoo verwenden -- schon ausprobiert).
Mal ganz abgesehen von den Marseiller Seifen.

Du solltest mal auf www.manufactum.de gehen und einfach das Stichwort "Seife" eingeben und Du findest bestimmt viele Inspirationen. :)

Ein anderes interessantes Gebiet ist auch Lederfett. Du wirst staunen was es da alles für klassische
Ideen gibt, um sein Leder weich und wasserabweisend zu pflegen. Noch heute gibt es Mischungen mit
Hammeltalg, Lebertran und Birkenteer ...

Da könnte man doch auch einmal mit mehren Leuten "rumpanschen" und "zusammenrühren". Ein paar
historische Rezepte habe ich schon zusammengesammelt, aber noch nicht ausprobiert. Wäre auch
ein Thema für einen Workshop. Wer hat Interesse?

Weiterhin experimentiere ich mit Holzanstrichen. Sehr vielversprechend und auch historisch sind
Mischungen aus verschiedenen Teerölen und anderen Ölen wie Leinöl. Da gibt es schöne Sachen
im Pferdesportzubehör und bei www.dick.biz
(Stichwort Oberflächenbehandlung).

Viele Grüße
Hartmut
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Re: "Mini-Workshop"-Wochenende am 10.04. und evtl. 11.04.10

Beitragvon Berkana » Do 24. Jun 2010, 17:45

Zu Pfingsten hatten die oben auf der Burg am AGIL-Stand auch Birkenteerseife. Roch nicht gerade lecker, aber hat hatte eine tolle Waschwirkung. Birkenteer ist sowieso ein Thema für sich, mit dem ich mich befassen wollte.

Manufactum kenne ich schon länger.
Was mir aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass sie die Rasierseifen in Aluminiumdosen verkaufen.

In Seifensiederkreisen ist es so, dass Aluminium als Ranz-Förderer gilt und darum bei Arbeitsgeräten und der Lagerung unbedingt zu vermeiden ist. Lauge greift Aluminium an und offenbar fördert das dann wiederum das frühzeitige Ranzen.

Liegt die Seife in der Aluminiumdose locker drin, so dass die also erst nach genügender Lagerzeit darin verpackt wurde, oder ist die direkt in der Aludose eingegossen? Da bin ich nun ja neugierig. Ich werde keine Rasierseife dort bestellen können, weil mein Göga Bartträger ist.

Übrigens bin ich zum Seifensieden gekommen, weil ich nur mal wissen wollte, wie die das damals gemacht haben...ganz gefährlich. Denn nun habe ich mir Färbebücher besorgt, um zu wissen, wie die das damals gemacht haben...und mein GöGa kriegt langsam die Vollkrise!
Unser Haus wird einfach zu klein!

LG
Ilke
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Re: "Mini-Workshop"-Wochenende am 10.04. und evtl. 11.04.10

Beitragvon Hartmut » Do 24. Jun 2010, 18:29

Den Gold-Dachs kaufe ich immer als Refill in der Pappschachtel und er kommt dann in die
Plastikbox. Den passenden Napf aus Porzellan habe ich bisher vergeblich versucht
zu kaufen (war nie verfügbar)

Die Klar-Seife ist in einer eloxierten Alu-Dose (wahrscheinlich eingegossen). Die Dose
ist allerdings eloxiert und bisher hatte ich noch keine Probleme damit. Werde mal
stärker darauf achten.

viele Grüße
Hartmut
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Re: "Mini-Workshop"-Wochenende am 10.04. und evtl. 11.04.10

Beitragvon Hartmut » Mo 28. Jun 2010, 09:37

Wie versprochen habe ich einen Test gemacht. Leider habe ich nicht die Seife in den
italienischen Farben, also habe ich die "grüne Herrenseife" getestet.

- Als Seife: Schäumt gut, wäscht gut un der Duft hält sehr lange an :2hoch
- Als Rasierseife (für die sie nicht gemacht war): Schäumt gut, aber der Schaum hält nicht. Ich musste
für eine Rasur ca. 4 mal nachseifen. Nach der Rasur brauchte ich dann auch einen After-Shave
Balsam ;-) Also als Rasierseife nicht so recht brauchbar.

da ich noch drei andere Stücke aus Ilkes Kollektion habe, werde ich weiter testen, in der Hoffnung
die Ergebnisse sind brauchbar und von Interesse. :)

Anderes Thema Lederfett: Besteht irgendein Interesse in dieser Richtung irgendwann einmal zusammen
rumzupanschen und zu versuchen etwas nach alten Rezepten zusammen zu rühren?

Wer weiss, wo man günstig Hammeltalg in guter Qualität zu einem guten Preis bekommen kann,
oder sollten wir mal selbst solchen Schmalz auslassen? Braucht man ja auch für Unschlittkerzen
usw.

Wer kennt eine gute Quelle für Lebertran ohne Zusätze? Robbentran wird wohl nicht mehr zu
kriegen sein.

Wer weiss wo man "Klauenöl" (Neatfoots Oil) bekommen kann?

viele Grüße
Hartmut
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Re: "Mini-Workshop"-Wochenende am 10.04. und evtl. 11.04.10

Beitragvon Berkana » Di 29. Jun 2010, 22:53

Hallo Hartmut,

das mit dem Selbstzusammenbrauen der Lederpflege finde ich interessant. Muss mal darüber recherchieren - wenn ich Zeit finde.

Im Moment schiebe ich gerade eine spätmittelalterliche Schecke vor mir her (habe keine Lust, bei dieser Hitze im Nähzimmer zu schmoren, und Samt zuschneiden versaut den Teppich im Wohnzimmer immer für Tage!). Auf Herumbraten in der Siedeküche habe ich auch keine große Lust, da herrschen momentan locker 30 Grad tagsüber.

Auf das Anfertigen von Unschlittkerzen habe ich eher weniger Lust. Ich weiß schon, warum ich meine Seifen nur aus pflanzlichen Rohstoffen herstelle (Bienenwachs bzw. NaOH ist die Ausnahme) und lieber auf tierische Fette verzichte. Nicht umsonst hat man früher die Kerzenzieher und Seifensieder gleich im Gerberviertel untergebracht. Einerseits sicherlich, weil in Seifen und Kerzen vieles von dem landete, was beim Gerben der Häute abfiel. Andererseits sicherlich auch, weil es nicht immer nach Rosenduft roch...
Kerzenzieher und Seifensieder waren übrigens oft in einer gemeinsamen Zunft zusammengefasst und häufig wurden beide Tätigkeiten auch von derselben Person ausgeübt, um besser über die Runden zu kommen. Eine Stadt konnte auch nur recht wenige Sieder und Kerzenmacher ernähren.
Generell galten die Seifen, die aus dem Süden stammten, als die feineren. Sicherlich auch deswegen, weil man im Süden pflanzliche Öle zur Verfügung hatte. Und gerade aus Oliven kann man herrliche Seifen machen. Nördlich der Alpen hatte man nicht viele pflanzlichen Fette zur Verfügung und musste daher auf tierische Fette zurückgreifen. Wobei es sich dabei um Schlachtabfälle und Gerbereiabfälle handelte, weil alles andere für den Kochtopf benötigt wurde.

Feine pflanzliche Seife war in der Renaissance ein begehrtes Importprodukt. In einer Chronik von 1572, die sich mit den Importen der Fugger und ihrer konkurrierenden Handelshäuser befasste, werden neben edlen Seidenstoffen und Gläsern auch Gewürznelken, Granatäpfel, Seifen, Malvasierweine, Schreibpapier, Feigen, Mandeln und Safran aufgezählt.

Die Geschichte der Seifenherstellung ist wirklich spannend...denn zu Zeiten der Römer liefen die Warentransporte tatsächlich von Nord nach Süd. Die Römer haben sich lieber eingeölt und dann den Schmutz mit dem Öl wieder abgeschabt. Die Germanen hingegen kannten schon Seife, allerdings wohl weniger als Waschmittel - sie schmierten sie sich in die Haare und festigten damit ihre Frisuren.

Nach dem Motto: Im Jahre 9 n.C. bei Kalkriese im Wald - Regen, Sturm, und die Legionen des Varus vor den Pforten - aber die Frisur sitzt. Perfekter Halt dank Zwei-Wetter-Seife. :fecht

Gute Nacht!

Ilke
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Re: "Mini-Workshop"-Wochenende am 10.04. und evtl. 11.04.10

Beitragvon Hartmut » Mi 30. Jun 2010, 10:37

Hallo Ilke,

bei mir sind solche Projekte immer sehr langfristig angelegt. Erst werden Informationen gesammelt,
dann Bezugsquellen aufgetan und Material beschafft. Wenn dann alles zusammen ist, kann zur
gegebener Zeit losgelegt werden. Bei dem Wetter habe ich auch keine Lust Hammelfett auszubraten.
Dabei ist der Geruch aber deutlich von der Frische abhängig ;-)

Ich habe einmal Schweineflomen ein paar Tage zu lange im Kühlschrank gehabt. Als ich dann Schmalz
auslassen wollte hat sich mir vom Geruch sofort der Magen umgedreht und ich habe alles ganz schnell
entsorgt. Da kann ich die Verbannung zu den Gerbern gut nachvollziehen.

Ein paar Informationen habe ich schon zusammengetragen, allerdings wird es wohl nie vollständig
werden. Wer sich dafür interessiert, kann es unter

http://www.bui.haw-hamburg.de/pers/jobs ... terial.pdf" onclick="window.open(this.href);return false;

runterladen. Allerdings nicht im August 2010, denn da zieht die Fakultät um und die Server sind
in der Zeit nicht betriebsbereit. Ich hoffe im September habe ich dann wieder alles am Laufen.

viele Grüße
Hartmut
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Re: "Mini-Workshop"-Wochenende am 10.04. und evtl. 11.04.10

Beitragvon Berkana » Mi 30. Jun 2010, 23:28

Hallo Hartmut,
das ist eine tolle Liste, habe ich mir gleich als Link gespeichert!

Mir sind allerdings eine Sache aufgefallen:
1. In einer alten Karfunkel-Ausgabe stand mal was drin, dass man sein Zelt auch mit Leinöl imprägnieren könnte.
Beim Trocknen polymerisiert das Leinöl zu Linoxin durch Oxidatin und wird im besten Fall zu einem kautschukartigen Film
Denk mal ans Linoleum, das basiert auch auf diesem Prozess. Aber wahrscheinlich bist Du in Chemie viel fitter als ich!

Allerdings hoffe ich, dass es allgemein hinreichend bekannt sein sollte, dass beispielsweise leinölgetränkte Malerlappen sich selbst entzünden können. Für alle, die es bis jetzt nicht wussten, erwähne ich es lieber nochmal!
Das Trocknen eines mit Leinöl getränkten Zeltes muss also am festen flach auf dem Boden ausgebreitet erfolgen, um
das Brandrisiko zu verringern.

Leinöl als Seifenzutat ist übrigens ziemlich kapriziös, weil es recht schnell ranzt. Darum lass ich die Finger davon.

Einmal im Jahr schickt mir übrigens AGIL das Kursprogramm zu und die bieten auch immer wunderbare ausgefallene Materialien und Werkzeuge an, die man sonst lange suchen muss.

Und die Preise, die man für ätherische Öle in Esoterik- oder auch Naturkostläden bezahlen muss, sind wirklich ein guter Grund, sich nach alternativen Rohstoffhändlern umzusehen. Und es gibt sie ja!

Lieben Gruß
Ilke
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Re: "Mini-Workshop"-Wochenende am 10.04. und evtl. 11.04.10

Beitragvon Hartmut » Do 1. Jul 2010, 11:21

Liebe Ilke,

Zeltstoff mit Leinöl zu imprägnieren erscheint mir sehr abenteuerlich. Ich habe da alte
Ölgemälde vor Augen und kann mir vorstellen, dass das Ergebnis recht hart und brüchig
wird. Das mag für eine permante Bespannung taugen, aber nicht für ein Zelt welches
oft auf- und abgebaut wird.

Möglicherweise gibt es aber eine sinnvolle Anwendung für eine permante, steife und
wetterfeste Stoffbespannung. Zumindest dürfte die Sache leicht und stabil werden.

Richtig leicht und stabil ist meine Schildbespannung aus Leinen und Leim. Das geht
in der Stabilität schon in Richtung GFK. Es funktioniert mit Knochenleim genauso wie
mit wasserfestem Ponal blau. Ideal ist auch das recht grob gewebte Leinen von IKEA.
Ich habe den Schild mit Leim eingestrichen und das Leinen drüber gespannt und an den
Rändern mit Leimklammern fixiert und dann den Stoff mit einer Gummirolle angepresst.
Dabei ist der überschüssige Leim durch das grobe Gewebe ausgetreten und konnte
abgewischt werden. Es haben sich also keine Leimkammern gebildet. Das Ergebnis
ist sehr hart und recht schnittfest.

Spannend finde ich diese Dinge auf jedenfall.

Bei Agil habe ich den Eindruck, dass zu wenig Leute auf zu vielen Hochzeiten tanzen,
um wirklich Qualität liefern zu können. Eine Woche gibt eine Person ein Seminar im
Bogenbau und nächste Woche im Schustern und der dritten Woche etwas ganz anderes.

Ich probiere nun auch schon ca. 40 Jahre diverse Fertigkeiten aus, aber ich denke nicht,
dass ich in allen Fertigkeiten auch Seminare anbieten könnte. Da belege ich doch lieber
Seminare bei Leuten die sich auf ein bis zwei Sachen lange spezialisiert haben. Ich denke
da hat man mehr davon. Solche Meister haben allein durch ihre Erfahrung eine Menge
Tricks auf Lager, die allein das Seminar Wert sind. Um in eine Sache reinzuriechen
langt mir ein Fachbuch und etwas Praxis durch ausprobieren. Dabei rechne natürlich
auch damit, dass das Ergebnis nicht den Erwartungen entspricht. Bei einem geleiteten
und bezahltem Seminar erwarte ich aber ein brauchbares Ergebnis. Dann schon lieber
ein offener Workshop mit offenem Ergebnis.

Viele Grüße
Hartmut

P.S. Irgendwie hat für mich eine Dreule (Bohrer) mit einer auf einer Maschine gedrehten
Schwungmasse nicht das richtige mittelalterliche Gefühl. Allerdings ist mir dazu auch noch
keine wesentlich bessere Idee gekommen ;-)
Möglicherweise hat Andreas dazu eine Lösung in Bronzegusstechnik.
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Re: "Mini-Workshop"-Wochenende am 10.04. und evtl. 11.04.10

Beitragvon Berkana » Mo 12. Jul 2010, 21:30

Ach, ich finde es schon spannend, wenn jemand ein Tausendsassa ist und viele verschiedene Dinge beherrscht und vermitteln kann. Wenn Du wüsstest, wofür ich mich alles interessiere...wir hätten uns neulich auch über SETI und die Bedeutung des HRDs für die Astronomie unterhalten können, über Jugendstilschmuck oder über die Mode der italienischen Frührenaissance oder Brazilian Waxing. Meinetwegen über beinahe alles außer Sportthemen und Promis. :-D

Und wahrscheinlich steckt hinter dem Anbieten sehr vieler unterschiedlicher Kurse bei AGIL auch eine gewisse wirtschaftliche Notwendigkeit. Wieviele Seminare kann man im historischen Bildungsbetrieb für Hobbyisten auf Honorarbasis geben, wenn man nur zwei Themen anbietet und davon leben soll? Ich denke, allzuviele Kursteilnehmer werden es nicht sein. Und die hat man nach 2 oder 3 Jahren abgearbeitet und was kommt dann?
Also muss man sein Angebot erweitern oder die Kursgebühren erhöhen. Wobei letzteres kaum durchzusetzen wäre.

Ich denke schon, dass man zu sehr unterschiedlichen Themen durchaus gute Kurse anbieten kann. Bestimmte Dinge können einem ja auch in oberflächlich sehr unterschiedlichen Gebieten zugute kommen...genaues Arbeiten, Maßhaltigkeit, Augenmaß, manuelle Geschicklichkeit, Materialkunde...vieles lässt sich übertragen.

Und wenn ich einen Babysitter hätte, hätte ich mir liebend gern den Schuhbaukurs auf der THB gegeben...trotz der Tatsache, dass ich ja schon mit Nähen, Sieden, Zeltbauen, Origami/Kusadami genügend andere Dinge zu tun habe. Ach ja, und Kindererziehung und Haushalt gehören ja auch noch dazu... :strick
Ich bin einfach neugierig. Ich glaube, den Tag, wo ich zu lernen aufhöre, bin ich tot.

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Re: "Mini-Workshop"-Wochenende am 10.04. und evtl. 11.04.10

Beitragvon Hartmut » Mo 2. Aug 2010, 12:21

Hallo Berkana,

hab Dich an der THB vermisst. Hatte ein ganzes Kistchen von -- allerdings nur gekauften -- speziellen
Seifen mit und eine Menge Themen zum bequatschen.

Dann habe ich mir noch einmal den aktuellen Katalog von AGIL ganz gründlich angeschaut. Meine
Meinung dazu ist höchst unterschiedlich. Zunächst bin ich erst einmal sehr glücklich darüber, dass
in Bezug auf experimentelle Archäologie einiges getan wird. Andererseits bin ich wohl sehr altmodisch
und habe so meine Probleme mit dem total kommerziellen Ansatz, auch wenn ich verstehe, dass
die Leute gern davon leben möchten.

Ich dilettiere nun seit Jahrzehnten in vielen Fertigkeiten rum. Ich habe selbst auch sehr viel in
Vereinen gelernt und gelehrt. So hat man sich vor Jahrzehnten zur Kletterausbildung vom
Deutschen Alpenverein in den Mittelgebirgen verabredet und ehrenamtlich die Klettertechniken
beigebracht bekommen und später wieder an andere weitervermittelt. Auch dies sind heute
kommerzielle Kurse geworden, die man buchen und teuer bezahlen kann. Für eine Kletteranlage
braucht man heute einen "Führerschein" usw. Dies geht überall so weiter. Ich bin 30 Jahre
Mitglied in einem Ruderverein. Wenn ich heute ein Ruderboot des Vereins benutzen möchte,
soll ich erst wieder einen "Schein" machen und eine Prüfung bei einer Person machen, die
Mitte Zwanzig ist und noch nicht einmal gezeugt war, als ich dort schon gerudert bin. Da
benutze ich einfach mein eigenes Boot und man kann mich mal.

In anderen Vereinen war ich auch einmal viele Jahre Sportwart und später Vorsitzender und
zwar ehrenamtlich. Der Lohn war z.B. der Spass und der Erfolg einer Veranstaltung und
mehr als einmal bin ich selbst auf Kosten sitzen geblieben, weil Zusagen nicht eingehalten
worden sind und habe nicht ein pers. Honorar dafür bekommen.

Wahrscheinlich habe ich deswegen ein Problem damit, dass heutzutage fast alles kommerziell
aufgezogen wird. Auch dies ist ein Grund, warum ich mich an der THB wohl fühle, weil es
eben nicht ein kommerzieller Ansatz ist !!! An dieser Stelle auch einen großen Dank an
Alle, die an der THB eine sehr gute ehrenamtliche Tätigkeit leisten, und uns damit sehr
viel ermöglichen !!!

Da ich nun mein Geld auch damit verdiene Studenten auszubilden, lege ich für eine kommerzielle
Ausbildung auch einen entsprechenden Massstab an. Da habe ich dann auch weniger Probleme
damit einen Kurs bei einem gestandenen Schmiedemeister (AGIL) zu buchen, als Geld für ein Seminar
auszugeben, wo der Dozent eigentlich Archäologe ist, aber eine Woche den Leuten zeigt wie
man Schuhe näht, die nächste Woche wie man Bogen baut und eine Woche später sind Glas-
perlen dran.

Mit den Fertigprodukten sieht es ähnlich "durchwachsen" aus. Keine Ahnung wie dort eingekauft
und kalkulliert wird. Einige Produkte haben einen sehr attraktiven Preis, andere sind völlig
"abgespacet". Siehe z.B. einige Materialien verglichen mit http://www.dick.biz" onclick="window.open(this.href);return false;

Mir wäre jedenfalls ein "nichtkommerzieller" Workshop ohne Erfolgsgarantie lieber, wo
mehrere Leute einfach etwas von ihrem Wissen mit einbringen und zusammen irgendetwas
mit zumindest Spass an der Sache bei rauskommt. Für mich ist es Hobby und soll auch
Hobby bleiben.

Es wäre schön, wenn auf dieser Basis irgendwelche Workshops zustande kommen könnten.
Daher noch einmal die Frage in die Runde, wer hat welche Ideen zu welchen Workshops, die
man dann mal langfristig planen und umsetzen könnte. Ein paar Fertigkeiten könnte ich
auch dabei einbringen, bin aber genauso begierig etwas dazu zu lernen.

viele Grüße
Hartmut
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Re: "Mini-Workshop"-Wochenende am 10.04. und evtl. 11.04.10

Beitragvon Berkana » Do 12. Aug 2010, 15:00

Huhu Hartmut,
bin gerade im Stress - ganze Familie, mich eingeschlossen, liegt flach und arbeitet diverse Krankheiten ab - darum nur ganz kurz und OT:

Magst Du Rotwein? Dann bring ich zum Septemberlager welchen mit zwecks Vertiefung unseres Gesprächs. Ich hätte hier einen sehr schönen Regent von meinem Haus- und Hofwinzer. Wein für Erwachsene, nicht so ein Zuckerwasserzeugs, das nur einen dicken Kopf macht.
Mein Miniwiki steht jetzt mehr auf feste Nahrung und ich darf wieder Wein genießen. :prost
Du bist doch dabei, oder?
Ich freu mich auf Dich - und natürlich auch auf das Wiedersehen mit allen anderen.
Erstmal ist jetzt Wallsbüll angesagt, aber nur als Touri. Mein Jahresabschluss beim Heerlagern wird dann Ende September das Wochenende in den Wikingerhäusern in Haithabu sein. Der Rest der Truppe gönnt sich auch noch einmal Warder, aber mir ist das mit den Kids etwas zu stressig. Wir kommen dann wieder als Fußgänger.

Lieben Gruß
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